Kuba

Ankunft auf Kuba

15.2.-16.2.2016: Es hat dann doch noch geklappt mit meinem Flug am Montag von Port-au-Prince nach Santiago de Cuba. Mit zehnstündiger Verspätung hebt die kleine Antonov um etwa 21 Uhr von der Landebahn ab und knapp eine Stunde später setzen wir in Santiago auf. Wir haben von Cubana ein Sandwich, Süssigkeiten und etwas zu trinken bekommen – und beim Einsteigen die Aufforderung, uns in den hinteren Teil des Flugzeugs zu setzen, damit die Gewichtsverteilung beim Abheben besser ist – das verunsichert mich ein wenig, aber wie gesagt, alles ist gut gegangen und in Santiago erwartet uns ein Heer gut ausgebildeter und organisierter Beamter, dass sehr gewissenhaft die Passformalitäten, den Zoll und einen Gesundheitscheck mit Fragen nach dem Zika-Virus oder sonstigen Malaria-artigen Krankheiten erledigt.

Am Wechselstubenschalter bekomme ich für 100 USDollar 87 CUC und dann fährt mich ein recht schweigsamer Chauffeur mit seinem Dodge aus dem Jahr 1953 durch ein weitgehend auto- und menschenleeres Santiago zur Viazul-Busstation. Mein Direktbus nach Trinidad ist leider schon weg, aber ich bekomme noch ein Ticket fuer den Bus um Null Uhr 30 nach Havanna. Der hält in den großen Städten unterwegs und ich löse ein Ticket bis Santa Clara.

Nach einer halbwegs passablen Nacht halten wir zum Frühstück an einer Raststätte, die neben leckerem Kaffee und Kaese-Sandwiches auch die ganze Revolutionsfolklore anbietet – einschliesslich vieler Bücher über Fidel und Ches Wirken vor über 50 Jahren und jede Menge CDs mit kubanischer Musik.

Wie sich dann herausstellt ist Sancti Spiritus – eine Stadt vor Santa Clara – die bessere Station, um nach Trinidad zu kommen, wobei aber der einzige Bus des Tages schon weg ist als wir ankommen. Aber „pas de probleme“ wie die Haitianer sagen würden: Zusammen mit drei Argentiniern und einer Berlinierin steige ich in einen Chrysler aus dem Jahr 1950 und für 8 CUC geht es die rund 60 Kilometer nach Trinidad.

Wir fahren bei offenem Fenster durch Zuckerrohrfelder und Dörfer, an Agrarkooperativen und an verblichenen Revolutionsplakaten vorbei  – und wie schon auf der Strecke vorher fällt auf, wie wenig Autos unterwegs sind und wie viele Pferdefuhrwerke. Vor allem in den Städten und Dörfern scheinen sie so etwas wie Taxis oder öffentliche Transportmittel zu sein. Fahrradrikschas sieht man auch sehr häufig.

In Trinidad werde ich mitsamt meinem schweren Gepäck direkt vor der Tür meiner Pension abgesetzt – und bei Doña Ramonita fühle ich mich sogleich wie zuhause.

Aus dem Garten hinter dem wunderschönen Patio bekomme ich von ihr gleich zwei Bananen von der Staude abgebrochen und nach Dusche und Siesta bin ich bereit für eine erste Stadterkundung. Die Pension liegt nur ein paar Blocks vom Stadtzentrum entfernt, das seit 1988 Weltkulturerbe ist.

 

Touristen und Kubaner sind gleichermassen unterwegs, Musik ertönt und viele Läden bieten landestypische weisse, bestickte Blusen und Hemden, Bilder und andere Souvenirs an. Ich sehe jede Menge ansprechende, private Restaurants, ein paar staatliche Schnellrestaurants und einen Mini-Supermarkt mit sehr limitiertem Angebot. Bei einer staatlichen Telekommunikationsagentur kaufe ich mir eine 30-Minuten Internet-Karte für einen CUC, die ich an den dortigen Rechnern auch gleich einsetze. Wie bei uns die NSA liest dort sicher auch jemand aus dem Metier mit.

20160216_191357Mein erster Eindruck: Nach dem Chaos in Haiti wirkt Kuba auf mich fast preußisch organisiert und sauber – und die leeren Regale passen nach guter sozialistischer Manier wohl perfekt zu dem durchaus leckeren und variantreichen Abendessen, das mir meine Pensionswirtin abends auf Wunsch zubereitet: Nichts Fritiertes und kein Fleisch habe ich mir gewünscht, sondern einen grossen Salat mit Krabben – und bekomme habe ich einen Krabben-Fisch-Dip als Vorspeise, dann einen leckeren Salat, Kartoffeln und Krabben in pikanter Sauce – und ein Vanilleeis als Nachtisch.

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Ein Kommentar

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  1. Munis
    Hallo , Annette, das klingt ja mal wieder recht abenteuerlich, und die ganze Nachtunterwegs zu sein war ja hart. Wie schön, daß du bei Donna Ramonita so gemütlich und liebevoll mit Abendessen für den vorherigen Stress belohnt worden bist. Diese Pension muß man empfehlen. Nach Plan bist du also jetzt in Havanna , und mit Gisela vereint. Das wird ein Erzählen werden! Über das Weltkulturerbe Trinidad erzählst du sicher noch.

    Dass Obama in den nächsten Tagen auch in Cuba sein wird , weißt du sicher schon! Laßt es Euch gut gehen, LG Munis

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