Cuba: Santa Clara, Remedios, Camagüey 

Santa Clara: Ché forever  

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4.3. – 7.3.2016: Am Morgen in Havanna frühstücken Gisela und ich noch zusammen, aber dann geht es für mich gleich per Taxi zur Viazul-Busstation, wo ich mit meinem im Internet vorausgebuchten Ticket in den Bus nach Santa Clara einsteige. Wir fahren durch flaches Land, Zuckerrohrfelder tauchen rechts und links auf – und bei der Mittagspause bekomme ich meinen Café mit einem Stück Zuckerrohr serviert.

Mit dem Stick rührt man den Zucker um, den man dem Kaffee eventuell noch hinzufügt und saugt das Rohr nach dem Genuss des Kaffees aus wie mir die Mitreisenden breitwillig erklären.

In Santa Clara bin ich in einer netten Privatpension untergebracht und am nächsten Tag “besuche ich gleich Che” wie es meine Pensionswirtin ausdrückt. Ernesto Guevara – so sein richtiger Name, ist in Santa Clara begraben – weil er hier Ende 1958 die entscheidende und letzte Schlacht gegen Batistas Truppen gewonnen hat und damit Fidel den Weg frei nach Havanna gemacht hat. Unter anderem haben  er und seine Kämpfer dort einen Panzerzug mit Nachschub an Waffen und Soldaten in die Luft gesprengt.

Der gebürtige Argentinier ist allgegenwärtig in der Stadt, eine Statue steht vor dem Sitz der kommunistischen Partei Kubas,im Busbahnhof wird man von Che begrüßt und schließlich steht eine 20 Tonnen schwere Che-Bronzestatue auf dem Platz der Revolution.

Auch sein Abschiedsbrief an Fidel ist dort verewigt. Che hat ihn geschrieben, bevor er 1965 Kuba verlassen hat, um die Revolution in den Kongo und nach Bolivien zu tragen. Erfolglos wie man weiß – in Bolivien ist er 1967 ermordet und seine sterblichen Überreste sind 20 Jahre später aus Bolivien nach Santa Clara gebracht worden. Sie ruhen in einem Mausoleum  unter dem gewaltigen Denkmal und im ebenfalls dort untergebrachten Museum kann man sich über seinen Lebensweg informieren. Leider herrscht dort aber strengstes Fotografieverbot.

Remedios

Am nächsten Tag unternehme ich einen Ausflug nach Remedios – eine schöne Kleinstadt – nur 40 Kilometer entfernt, die noch eine ganz intakte Altstadt aus der Kolonialzeit hat.

Die Kirche mit dem Goldaltar hat zwar entgegen aller Voraussagen zu, aber ich komme dafür in den Genuss eines Sonntagsvormittagskonzerts und unterhalte mich später auch noch etwas mit dem Klarinettisten und seinen Zwillingsenkeltöchtern.

Ausgiebige Zeitungslektüre und eine “Piña colada” (Ananassaft, Kokosstückchen mit Eis aus dem Mixer, ein paar Spritzer Rum und etwas Zimt) gehört auch zu den sonntäglichen Vergnügungen,die am Abend noch vom Besuch eines Konzerts gekrönt werden.

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Camagüey – UNESCO-Weltkulturerbe

7.3. -10.3.2016: Meine Unterkunft in Camagüey liegt nicht weit von der herausgeputzten Altstadt entfernt – ist aber lange nicht so schick.

Vor allem die Umgebung ist typisch kubanisch: Eher einstöckige Häuser, wobei der Bauschutthaufen etwas besonderes ist: Überall in dem Stadtviertel sind sie nach dem Dienstag zu sehen – und Dienstag ist der Tag, an dem in diesem Stadtviertel bis auf weiteres die Trupps kommen, die das Zika-Virus-Moskito bekämpfen. Und die haben das Recht, in den Häusern, in den Innenhöfen und Gärten das zu beseitigen, was eine mögliche Brutstätte für die Viecher sein könnte – also auch den Bauschutt, den man im Haus lagert, damit man keine Beseitigungsgebühr bezahlen muss.

Die UNESCO hat die Altstadt von Cienfuegos mit dem Titel “Weltkulturerbe” ausgezeichnet – und dementsprechend findet man links und rechts einer langen Fugängerzone mit relativ gut bestückten Geschäften tolle Häuser und alte Kirchen.

Im wohl eher noch kühlen Mitteleuropa vielleicht eine befremdliche Vorstellung, aber hier kann man mittags eigentlich nicht in der Sonne sitzen – ich auf jeden Fall nehme meine (Luxus-)Piña colada nicht auf dem sonnenbeschienen Platz ein, sondern drinnen in dem äußerst stilvollen Lokal.

 

Zwei Museen besuche ich dann noch: Zunächst das Geburtshaus des Arztes, der herausfand, dass Gelbfieber von Moskitos übertragen wird: Juan Carlos Finlay (ein Nachfahr schottischer Einwanderer) und schließlich eine Art Stadtmuseum, das in einem wunderbar herrgerichteten alten Palast beherbergt ist.

Auch eine schöne Kneipe finde ich noch, die weder an die vielen sozialistischen  Kalorienaufnahmestellen noch an die hochpreisigen Touristenrestaurants erinnert – sondern eher an Etablissements in Kreuz- oder Prenzelberg.

Ich freue mich, dass der Schriftsteller Miguel Barnet sich auch auf der Wand verewigt hat, der mich mit seinen Aufzeichnungen der Lebenserinnerungen eines Ex-Sklaven einmal sehr begeistert hat.

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