Baracoa – ein kubanisches Paradies

Traumstrand, Mojitos und Sonnenuntergang

 16.3. – 20.3.2016: Von Guantánamo geht es mit dem Bus in gut vier Stunden nach Baracoa, das abgeschieden hinter einer Bergkette an der Altantikküste liegt. Die kurvenreiche Passstraße wurde erst nach 1959 gebaut – vorher war der Ort nur zu Fuß oder mit dem Schiff erreichbar. Heute ist Baracoa aber auch unter Kubanern ein beliebter Ferienort – und dementsprechend drängen sich am Busbahnhof die Vermieter von Privatunterkünften.

Baracoa vor der Busstation

Auf dem Weg zum Stadtstrand und auf der vergeblichen Suche nach einem Restaurant laden uns zwei Kubaner zu einem kleinen Imbiss ein. Auf dem Rückweg entdecken wir am Malecon, der Strandpromenade einen Herren – einen alten Bekannten, dessen Route ich über den Atlantik gefolgt bin: Es ist Kolumbus, der bei seiner zweiten Reise in die Neue Welt 1493 in der Bucht von Baracoa ankerte und hier ein Kreuz in die Erde pflanzte, mit dem er in einem Aufwasch den Anspruch der spanischen Krone auf dieses Land und die Verbreitung des christlichen Glaubens deutlich machen wollte. Und als einziges der 29 Kreuze, die er aus Spanien mitgenommen hat, hat es in Lateinamerika die Jahrhunderte überdauert und wird heute als besonderer Schatz in der Kirche von Baracoa aufbewahrt.

Am Abend verschlägt es uns noch in eine Bar, wo wir bei einem guten  Mojito (weißer Rum, Eis, Minzblätter und etwas Rohrzucker) den Musikern zuhören und den Tanzenden zuschauen.

Überall im Zentrum von Baracoa wird Musik gemacht, geschwatzt und gut gegessen – denn hier bietet die Natur einiges, was gleich verarbeitet  und verkauft wird – oder Eingang in die Speisekarten findet: Fisch und Krabben in Kokosnuß-Sauce, sehr leckere Schokolade, kubanische “Müsliriegel” (Erdnuss-Honig-Riegel) – oder auch Langusten, die wir bei Guillermo in unserer casa particular genießen.

Kochbananen und Süßkartoffel-Chips, Reis und einen frischen Salat gibt es dazu – köstlich kann ich nur sagen. Aber auch seine Shrimps in Kokosnuss-Sauce sind sehr zu empfehlen.

Ausflug nach Yumuri

Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug nach Yumuri – mit Erlevis, seiner Tochter als unserer Führerin. Es geht durch ein sehr grüne, tropische Landschaft, unter Felsen hindurch, immer am türkisblauen Meer entlang bis uns im kleinen Ort Yumuri ein Fischer einen Fluss hinauf rudert und wir uns in bester Laune von Erlevis fotografieren lassen.

Am Ufer einer Insel werden wir abgesetzt, bekommen ein Kolibri-Nest mit Nachkömmlingen gezeigt, kosten kubanische Mandeln und baden an einer schattigen Stelle in einem natürlichen Süßwasserpool und essen frische Mangos.

Später erklimmen wir einen Aussichtspunkt, schauen auf den Canyon, den sich der Fluss durch das Gestein gegraben hat – und auf das türkisblaue Meer.

Einen Badestopp an einem schönen Strand gehört auch noch zu unserem Ausflugsprogramm – an der Zwillingspalme geht es einen Schotterweg runter zu einem Palmenhain und einem schönen Sandstrand, an dem wir Stunden verbringen – und zusammen mit den Hahn, Hühnern und Erlevis und Freund Mojitos und andere gekühlte Getränke zu uns nehmen.

Den nächsten Tag verbringen wir mit schreiben, einkaufen und bummeln in Baracoa. Die örtliche, handgemachte Schokolade wird gekostet,  – und ich entdecke, dass man die Zeitungen in Kuba bei der Post kauft. Von der Dachterrasse eines Hotels genießen wir einen super Blick auf das Gebäude der Kommunalverwaltung und machen unseren Ausflug in den Naturpark “Alexander von Humboldt” für den nächsten Tag klar. Der Gelehrte war zwar nie in Baracoa, aber andere Ecken Kubas hat er schon bereist und gilt als zweiter Entdecker Lateinamerikas.

Mit Führer wandert unsere Gruppe durch einen winzigen Teil des Parks – teils in der Sonne, teils zum Glück im Schatten und wir bekommen den Nationalvogel Kubas zu Gesicht, Tocotoro genannt und papageienbunt. Wir bekommen einen endemischen, nur wenige Millimeter großen Frosch gezeigt und den kubanischen Skorpion. Ebenso sehen wir wildwachsende Orchideen und zwischendurch löschen wir unseren Durst mit Kokosnüssen.

Jovanis, unser Führer, zeigt uns Hibiskusbäume, deren Holz leicht bläulich und gelb ist und von den örtlichen Kunsthandwerkern verarbeitet wird. Er  zeigt uns neben weiteren Tropenbäume viele Heilpflanzen – und führt uns zu einer guten Badestelle eines kleinen Flusses. Ich springe einen Wasserfall hinunter und fotografiere später wie ein Teil unserer Gruppe sich im Ochsenkarren durch den Fluss transportieren lässt.

Alle zusammen genießen wir später auf dem Rückweg nach Baracoa über ein Bad im Meer – an einem Traumstrand. Wir können dort sogar die Dusche des staatlichen Hotels benutzen – und am Abend sinieren wir bei Mojito und untergehender Sonne vor dem Schwimbad eines anderen staatlichen Hotels darüber nach, wie lange diese Orte für unsereins noch zugänglich sind: Denn wenn sie erstmal von amerikanischen Investoren in piekfeine Ressorts umgewandelt werden, wird die Übernachtung dort garantiert 500 Dollar kosten und Ausflügler sicher nicht mehr duschen dürfen – und die Cocktails viermal so teuer sein.

Doch dazu und zum Obama-Besuch später. Wir zahlen jetzt gerademal 2 Euro 50 und lassen uns später in unserer Pension Krabben in Kokosnuss-Sauce servieren. Das Leben kann so schön sein!

 

*leider konnte ich meine Fotos nicht in den Blog setzen, weil die Technik nicht funktioniert hat, sehr schade. Daher hier das YouTubeVideo, das aber viele schöne Eindrücke wiedergibt, wie wir sie auch erlebt haben.

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2 Kommentare

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  1. Hola Annette,
    da bekomme ich direkt schon wieder Fernweh… kaum ist der jetlag überstanden. Ich freu mich auf dich, dann bis nae. Woche ! LG
    Brigitte

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  2. liebe Annette,
    das klingt so paradiesisch !!!- falls es doch noch mit der Technik klappt musst du die Bilder später nochmal einstellen.
    LG,
    Christiane

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